Wie alles begann

Anfang Oktober 2008 haben wir uns dazu entschlossen eine Katze anzuschaffen. Nach nicht allzu langer Recherche wurden wir auch fündig und so kam unser Hauskater Mo direkt von einem Bauernhof zu uns. Es waren Schulferien und alle Kinder aus unserem Umfeld versammelten sich bei uns und spielten mit unserem kleinen Racker. Aber auch die schönsten Schulferien gehen einmal zu ende und es wurde wieder ruhig, sehr ruhig bei uns. Nach zwei drei Wochen stand fest Mo kann nicht alleine bleiben. Doch alle Versuche ein gleichaltriges Tier zu finden scheiterten, bis ich zufällig im Internet auf die Cattery von den Beisinger Waldtrollen stieß.

Wir vereinbarten einen Termin, fuhren nach Recklinghausen und fanden Dravida. Sie war ein sehr hübsches aber für uns sehr eigenartiges kleines Norwegermädchen: Alle Jungtiere der Cattery kamen um uns zu begrüßen, nur Dravida nicht. Ihr einziges Interesse galt dem überall greifbarem Spielzeug und solange wir sie bespielten waren wir willkommene Spielzeugbeweger, aber anfassen lassen wollte sie sich nicht. Sie war von Anfang an eine kleine Dame mit einem ganz eigenen Kopf und genau darum musste sie es auch für uns sein. Es dauerte dann noch fast vier lange Wochen bis sie zu uns kommen durfte und Mo die Frau seines Lebens fand.

Es dauerte ein paar Tage und die Beiden tobten durch alle Zimmer. Dennoch zog sich Dravida, wenn sie nicht mehr spielen wollte vor Mo zurück. Weihnachten stand vor der Tür und wie fast jedes Jahr hatten wir Gäste. In dem ganzen Trubel hatten wir zwar bemerkt das Mo etwas ruhiger geworden war, aber nicht das ihm etwas fehlte.

Erst als Dravida in seine Hängematte sprang, sich zu ihm legte und ihm die Öhrchen ableckte, was sie bis dahin nie getan hatte, erregte dies unsere Aufmerksamkeit. Sein Blick war trübe, sein Fell innerhalb nur weniger Stunden struppig geworden und er fieberte sehr hoch. Kurz entschlossen eilten wir mit ihm in die nur wenige hundert Meter entfernte Tierklinik. Dort war kein Weihnachten, dort saßen nur die schlimmsten Krankheitsfälle, die dringender ärztlicher Behandlung bedurften. Die Besitzer der drei Tiere die vor uns dran waren, kamen allesamt weinend und ohne ihre geliebten Vierbeiner aus dem Behandlungszimmer heraus. Es war ein furchtbares Gefühl dort zu sitzen. Kurz und knapp erklärte uns der behandelnde Arzt Mo hätte mit größter Wahrscheinlichkeit die Katzenseuche und wenn er nicht innerhalb der nächsten zwei Tage auf das verabreichte Antibiotikum reagieren würde, müsste er eingeschläfert werden.

Kaum wieder zu Hause sprang „Krankenschwester“ Dravida in die Bresche, genau die kleine Maus die zuvor nur an ihr Spiel gedacht hatte. Sie ließ Mo nicht einen Augenblick allein und er, er reagierte auf das Antibiotikum und die liebevolle Pflege. Seither ist irgendetwas zwischen den Beiden passiert, bei Menschen würde man es wohl Liebe nennen.

Irgendwann im Frühjahr machte Mo erste Anstalten seiner Natur als Kater gerecht zu werden und wir ließen ihn kastrieren. Vorher hatten wir uns sachkundig gemacht ob und was bei einer Kastration passieren könnte und sind dabei auf einen Artikel gestoßen in dem behauptet wurde, dass bei einer Katze die nie Kitten hatte und kastriert würde, die Wahrscheinlichkeit Krebs zu bekommen wesentlich höher läge. Nach Rücksprache mit unserer Tierärztin und vielen Recherchen im Internet ist diese These jedoch nicht haltbar, da diese nie bewiesen werden konnte.

Nichtsdestotrotz wurde bei uns im „Familienrat“ beschlossen das Dravida einmal Babys haben dürfte. Jetzt ging die Suche nach einem passenden Kater los. Und nicht nur die Suche, sondern auch die intensive Beschäftigung mit allen Bereichen der Hobbyzucht im Allgemeinen, von Genetik über Aufzucht, bis hin zu allen Problemen die auftreten könnten.

Kurz vor Weihnachten wurden wir in Sachen Kater fündig. Granlunds Batman sollte der Vater von unseren Kitten werden. Nach Rücksprache mit Sandra Baumann, der Züchterin von Dravida und Dorthe Guhl der Besitzerin und Züchterin von Batman stand der Deckung nichts mehr im Wege, es lag jetzt nur noch an Dravida und wann sie rollig würde. Als erstes Datum suchte sie sich ausgerechnet Sylvester aus und es klappte aus terminlichen Gründen leider nicht. Den nächsten Anlauf starteten wir dann im Februar, doch Batman hatte leider schon Damenbesuch. Da aller guten Dinge drei sind, hat es jetzt ende April endlich geklappt und Dravida und Batman verbringen einige „genüssliche“ Tage miteinander. Was dabei herauskommt wird sich Anfang Juli herausstellen.

© Sabine Keutner

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